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BR-online, Bayerisches Fernsehen Dokumentarfilm/ Klang der Seele Wer Cord Meijerings Klasse der Komposition besucht, der gehört bereits zu den herausragenderen jungen Musiktalenten. Vier davon hat Regisseur und Kameramann Marian Czura ("Leni") in seinem Dokumentarfilm bei ihrem Studium begleitet. Von Kirsten Liese Persönlichkeiten wie Jakobine, Michelle, Roman oder Christoph kreuzen nicht alle Tage unseren Weg. Im Gegensatz zu vielen anderen pubertierenden Jungen und Mädchen hegen sie nicht unrealistische Hoffnungen in eine schnelle Karriere als Superstar auf RTL. Sie investieren ihre ganze Kraft in eine profunde klassische Musikausbildung. Jeder von ihnen spielt ein Instrument, und - was noch weitaus mehr erstaunt: Die Vier sind sogar schon unter die Komponisten gegangen und zählen damit zu einer seltenen Spezies von Hochbegabten, die manche auch Wunderkinder nennen. Es sind überaus spannende Schöpfungsprozesse, an denen uns die Dokumentation "Klang der Seele" teilhaben lässt. Fündig wurde der polnische Filmemacher Marian Czura im hessischen Darmstadt, schon jahrzehntelang eine erste Adresse für die zeitgenössische Musik. An der dortigen Akademie der Tonkunst leitet der niederländische Neutöner Cord Meijering eine ganz spezielle Kompositionsklasse für Kinder und Jugendliche. Gleichermaßen engagiert und kritisch fördert und fordert Meijering seine Schützlinge. Die beherrschen ihr Handwerk offenbar bereits so gut, dass satztechnische Übungsaufgaben kaum noch vonnöten sind. Zumindest geht es im Film praktisch zur Sache, darf jeder seine Stilrichtung und Besetzung selbst wählen. Besonders im Mittelpunkt steht Meijerings vielleicht begabtester Schüler, Roman Czura. Nicht nur mit seinen Kammermusikwerken, die entfernt an Schostakowitsch erinnern, imponiert einem der junge Mann. Er pflegt auch ein selbstbewusstes, souveränes Auftreten, das über jedweden Vorwurf des Eklektizismus erhaben ist. Czura, der ein ähnlich aparter Typ ist wie der junge August Diehl, weiß, was er will. Er verteidigt seine Ideale, wenn es zu Reibungen mit seinem kritischen Mentor kommt, der ihm oft vorhält, mit zu vielen Mustern und Versatzstücken zu arbeiten und ihn auffordert, Varianten zu Papier zu bringen. Als Zuhörer neigt man dazu, sich bei solchen Kontroversen durchaus auf die Seite des Schülers zu schlagen, der unbeirrt verteidigt, wovon er überzeugt ist. An solchen Streitgesprächen, die der Film unkommentiert für sich stehen lässt, zeigt sich zweifellos, wie diffizil, wenn nicht gar unmöglich es ist, Kompositionen verbindlich und objektiv zu bewerten. Das weiß natürlich auch Meijering. Folglich konzentriert er sich in erster Linie darauf, Anstöße und Impulse zu geben, die sich entscheidend auf die individuelle Persönlichkeitsentfaltung seiner Schüler auswirken. Dazu gehört es auch, dass er mit ihnen ins Ausland, z.B. nach Norwegen oder Polen reist und Kontakte zu anderen jungen Interpreten vermittelt. Gemeinsam werden dann die Werke seiner Schüler von den Proben bis zu ihrer Aufführung erarbeitet. Originaltitel: Klang der Seele (D, 2008) Regie: Marian Czura Länge: 94 Min. Kinostart: 9. Juli 2009 "Klang der Seele" erlaubt einen überaus interessanten Blick in die Welt der Komposition, das Enstehen von Musik und den Umgang junger Künstler mit ihrer Arbeit. Nicht genug damit, viele ihrer klangsinnlichen, aufwühlenden und auch ungewöhnlichen Stücke, vorgetragen mit teils originellen Besetzungen machen diesen Film hörens- und sehenswert. Besonders das elegische Lied für Koloratursopran und Blumentopf, das die introvertierte, zurückhaltende Jakobine Eisenach geschrieben hat, wird einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Filminfo
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